Ideologien

Ethnopluralismus

Der freundlich klingende Rassismus der Neuen Rechten

Es gibt Begriffe, deren ganze Wirkung darin liegt, dass sie das Gegenteil dessen suggerieren, was sie meinen. Ethnopluralismus ist der Musterfall. Er klingt nach Vielfalt, nach Weltoffenheit, nach Achtung vor dem Eigenen jeder Kultur. Tatsächlich ist er das sprachliche Tarnnetz, unter dem die europäische Neue Rechte seit einem halben Jahrhundert dieselbe alte Forderung transportiert: Trennung der Menschen nach Herkunft. Der Begriff ist kein Denkfehler, sondern eine Waffe – und sie ist inzwischen aus den Zirkeln der Theoretiker in die Parlamente eingewandert.

Was ist Ethnopluralismus?

Der Begriff verbindet das griechische ethnos (Volk) mit dem lateinischen pluralis (Vielzahl) und behauptet, Völker und Kulturen seien zwar grundsätzlich gleichwertig, müssten aber strikt getrennt voneinander leben. Jede Ethnie verfüge über ein unveränderliches Wesen, das nur auf dem angestammten Boden zur Entfaltung komme; Vermischung führe zwangsläufig zum Verfall beider Seiten.1

Auf den ersten Blick ähnelt das einem Kulturrelativismus: Keine Kultur stehe über der anderen. Doch im zweiten Satz kippt die Logik. Weil jedes Volk angeblich nur „daheim“ gedeihe, müsse Zuwanderung verhindert und – das ist der entscheidende Schritt – rückgängig gemacht werden. Aus dem scheinbaren Respekt wird Ausschluss.2

Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung formuliert es nüchtern: Die Lehre trage einen wohlklingenden Namen, sei in der Sache aber zutiefst menschenfeindlich. Der vermeintliche Respekt vor dem Fremden heiße übersetzt nichts anderes als: Bleibt unter euch, hier seid ihr nicht erwünscht.3

Die eigentliche Pointe: Rassismus ohne das Wort „Rasse“

Der wissenschaftliche Schlüssel zum Ethnopluralismus liegt in einem Begriff, den die französische Sozialphilosophie geprägt hat: dem differentialistischen Rassismus. Der Politologe Pierre-André Taguieff zeigte schon in den 1980er Jahren, dass die Nouvelle Droite den klassischen Rassismus nicht aufgab, sondern umrüstete: Sie ersetzte die Behauptung der Ungleichheit durch die Behauptung der Unvereinbarkeit. Nicht mehr „die anderen sind minderwertig“, sondern „die anderen sind anders, und das Verschiedene gehört getrennt“.4 Étienne Balibar nannte dieselbe Figur einen „Rassismus ohne Rassen“ – einen Rassismus, der ohne Biologie auskommt, weil er „Kultur“ so behandelt, wie der alte Rassismus das „Blut“ behandelte: als ein Schicksal, dem man nicht entkommt.5

Damit ist die Operation des Ethnopluralismus offengelegt. Er streicht das diskreditierte Vokabular der Rassenlehre und behält ihre Struktur: Menschen werden bei Geburt einem Kollektiv zugeordnet, dessen Eigenschaften ihnen unentrinnbar anhaften, und dieses Kollektiv hat seinen „natürlichen“ Ort. Das Etikett wechselt, die Zuweisung bleibt.


Die Denkfigur „getrennt, aber gleich“ – und ihre Geschichte

Der Ethnopluralismus präsentiert die Trennung als Gleichberechtigung. Genau diese Konstruktion – separate, but equal – ist historisch keineswegs neu, und ihr Schicksal ist aufschlussreich.

In den USA legitimierte die Formel „separate but equal“ nach dem Urteil Plessy v. Ferguson (1896) jahrzehntelang die Rassentrennung. Erst 1954 verwarf der Supreme Court in Brown v. Board of Education die Lebenslüge: Getrenntsein sei seinem Wesen nach ungleich; die Separierung selbst sei die Demütigung. Die juristische Geschichte hat das Versprechen „getrennt, aber gleich“ also bereits als unhaltbar entlarvt.

Noch näher liegt die südafrikanische Apartheid. Das Wort bedeutet wörtlich „Getrenntheit“, und das Regime verkaufte sich offiziell als „getrennte Entwicklung“ (separate development): Jedes „Volk“ solle sich in seinem eigenen Gebiet, den sogenannten Homelands, ungestört entfalten. Das ist – Wort für Wort – das ethnopluralistische Programm, nur dass es einmal Staatsdoktrin war. Die Welt hat gesehen, was „getrennte Entwicklung“ in der Praxis hieß: Entrechtung, Vertreibung, Zwang. Der Ethnopluralismus ist die Wiederkehr dieser Idee als europäische Zukunftsvision.

Damit fällt auch die rhetorische Gleichheitsbehauptung in sich zusammen. Wer entscheidet, welche Ethnie wohin „gehört“? Wer zieht die Grenze des „Volkes“ – nach Sprache, Religion, Abstammung, Aussehen? Jede dieser Grenzen ist willkürlich gezogen, und gezogen wird sie immer von denen, die schon drinnen sind. „Gleichwertig, aber getrennt“ ist keine Gleichheit, sondern eine Hierarchie, die sich als Geografie verkleidet.


Woher kommt diese Idee?

Konservative Revolution und Carl Schmitt

Die geistige Vorgeschichte reicht tief in die Ideengeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Carl Schmitt (1888–1985), Staatsrechtler und NS-Kronjurist, lieferte mit seinem Freund-Feind-Schema und seiner Betonung politischer „Homogenität“ den theoretischen Unterbau: Demokratie setze ein gleichartiges Volk voraus, das Fremde ausschließe.6 Die Konservative Revolution der Weimarer Zeit – Oswald Spengler, Ernst Jünger, Arthur Moeller van den Bruck – steuerte das kulturpessimistische Pathos vom Untergang des Eigenen bei.

Henning Eichberg: der Wortschöpfer

Den Begriff Ethnopluralismus prägte 1973 der Nationalrevolutionär Henning Eichberg (1942–2013), einer der einflussreichsten frühen Theoretiker der bundesdeutschen Neuen Rechten. Eichbergs Leistung war strategisch, nicht inhaltlich: Er suchte eine Sprache, die den Bruch mit dem historischen Nationalsozialismus behauptete, ohne dessen Kern aufzugeben. Rassismus sollte nicht mehr biologisch, sondern kulturell begründet werden – exakt die Verschiebung, die Taguieff und Balibar später analysierten.7

Alain de Benoist und die Nouvelle Droite

Der europäische Verstärker war die französische Nouvelle Droite um Alain de Benoist (geb. 1943). 1968 gründete er mit Dominique Venner den Thinktank GRECE, den der Historiker Pierre Milza als neofaschistisch einordnete.8 De Benoists Methode war ebenso schlicht wie folgenreich: Er kleidete rechtsextreme Positionen in antirassistisch klingende Sprache, sprach von „Recht auf Differenz“ und „Recht auf Identität“ statt von Überlegenheit. Sein 1985 auf Deutsch erschienenes „Kulturrevolution von rechts“ lieferte die Blaupause einer Rechten, die faschistisches Denken modernisieren und salonfähig machen wollte.9

Entscheidend war die Aneignung eines linken Werkzeugs. De Benoist übernahm vom Marxisten Antonio Gramsci den Gedanken der kulturellen Hegemonie und kehrte ihn um: Bevor man politische Macht erringen könne, müsse man die Begriffe besetzen, die Köpfe und das „vorpolitische“ Selbstverständnis einer Gesellschaft erobern. Diese Metapolitik ist bis heute die operative Doktrin der Szene.10

Faye und Camus: Radikalisierung und der „Große Austausch“

Zwei Namen treiben die Lehre über de Benoist hinaus. Guillaume Faye verschärfte die Differenzlehre zur offenen Konfrontationsrhetorik („Kolonisierung Europas“) und gab ihr eine apokalyptische Dringlichkeit. Renaud Camus lieferte 2011 mit der Formel vom „Grand Remplacement“, dem „Großen Austausch“, den Mythos, der die abstrakte Differenztheorie in eine Bedrohungserzählung verwandelte: Eine angeblich planvoll betriebene Verdrängung der „angestammten“ Europäer durch Zuwanderung. Aus einer Soziallehre wurde ein Alarm – und Alarm mobilisiert.


Vom Begriff zur Bedrohungserzählung – und zur Gewalt

Hier liegt die gefährlichste Wendung. Der Ethnopluralismus liefert die Theorie, der „Große Austausch“ die Erregung, die „Remigration“ das Programm. Diese Kette ist nicht akademisch geblieben.

Die Verschwörungserzählung vom Bevölkerungsaustausch taucht in den Bekennerschriften mehrerer rechtsterroristischer Attentäter auf. Der Massenmörder von Christchurch betitelte sein Pamphlet ausdrücklich mit „The Great Replacement“; die Täter von El Paso, Halle und Hanau bewegten sich im selben ideologischen Resonanzraum. Was als feinsinnige Differenzphilosophie beginnt, endet bei denen, die sie wörtlich nehmen, als Tötungslegitimation. Wer den Ethnopluralismus harmlos nennt, übersieht diese Blutspur.


Die Identitäre Bewegung: Theorie auf der Straße

Entstehung und Methode

Die Identitäre Bewegung (IB) übersetzt den intellektuellen Ethnopluralismus in Aktivismus. Aus dem französischen Bloc Identitaire (2002) entstanden ab 2012 Ableger in Österreich, Deutschland und weiteren Ländern. Sie inszeniert sich als jugendliche Avantgarde, spielt gezielt soziale Medien und spektakuläre Aktionen.

Martin Sellner (geb. 1989), Mitgründer der IB Österreich, wurde ihre Leitfigur im deutschsprachigen Raum. Sein Verfahren: radikale Inhalte in anschlussfähige Sprache übersetzen, als „Intellektueller“ auftreten, Reichweite über YouTube und Telegram aufbauen. Der deutsche Verfassungsschutz stuft Sellner als rechtsextremistisch ein; mehrere europäische Staaten belegten ihn mit Einreiseverboten.11

Das Potsdamer Geheimtreffen 2023

Am 25. November 2023 trug Sellner bei einem konspirativen Treffen in Potsdam seinen „Masterplan zur Remigration“ vor. Laut den Recherchen von Correctiv zielt dieser darauf, die Ansiedlung von Ausländern „rückabzuwickeln“ – und zwar ausdrücklich nicht nur bei Asylsuchenden und Menschen mit Bleiberecht, sondern auch bei „nicht assimilierten Staatsbürgern“, also Deutschen mit Pass.12 Unter den Teilnehmern waren AfD-, CDU- und Werteunion-Mitglieder. Die Enthüllung löste bundesweit Massendemonstrationen aus.

Ethnopluralismus als Sprachcode

Die IB hat die Sprachstrategie der Nouvelle Droite perfektioniert. Wo Neonazis „Ausländer raus“ skandieren, sagen Identitäre „Ethnopluralismus“. Wo offene Rechtsextreme Deportation fordern, sagen sie „Remigration“. Der Inhalt bleibt, das Vokabular wird desinfiziert.13 Der Bundesverfassungsschutz hält fest, das Konzept laufe letztlich auf ethnisch definierte Gesellschaften und damit die Ausweisung aller „Volksfremden“ hinaus.14


Die internationale Vernetzung – und der Gipfel von Porto 2026

Längst ist die Bewegung ein paneuropäisches, transatlantisches Netzwerk. Zu seinen Knoten zählen die verbotene französische Génération Identitaire mit Vordenkern wie Jean-Yves Le Gallou, der 2024 wegen Holocaustleugnung verurteilte Belgier Dries Van Langenhove, die reichweitenstarke niederländische Influencerin Eva Vlaardingerbroek, der russische Neoeurasier Aleksandr Dugin sowie – neuerdings – Teile der US-amerikanischen Rechten, bis hinein in die Sprache der Trump-Administration, die den Begriff „remigration“ aufgegriffen hat.15

Sichtbar wurde diese Internationalisierung beim Remigration Summit 2026 am 30. Mai in Porto, dem zweiten nach der Premiere 2025 nahe Mailand. Rund 600 Teilnehmer aus ganz Europa kamen zusammen.16 Auf der eigenen Website definiert die Veranstaltung „Remigration“ als Bündel fiskalischer, kultureller und logistischer Maßnahmen zur „Umkehr der Migrationsströme“ und zur Sicherung der „ethnokulturellen Eigenart“ – die ethnopluralistische Doktrin in Reinform.17 Sellner gab als Ziel die „Sicherung der ethnokulturellen Kontinuität der europäischen Nationen“ aus.18

Bemerkenswert war die staatliche Reaktion: Der Identitären-Sprecher Maximilian Märkl, einer der Organisatoren, wurde am Münchner Flughafen an der Ausreise gehindert; Sellner selbst beklagte Reisebeschränkungen.19 Die Extremismusforscherin Heidi Beirich wertete den Gipfel – die Mischung aus Extremisten und „seriöseren“ Rednern – als Beleg dafür, wie weit die extreme Rechte mit ihren Remigrationsplänen bereits gekommen sei.20


AfD und Identitäre: eine Nähe, die keine sein soll

Das Abgrenzungstheater

Offiziell hält die AfD-Spitze Distanz zur IB. Der Grund ist pragmatisch: Ein nachweisbarer Schulterschluss mit einer als rechtsextrem eingestuften Organisation würde ein Verbotsverfahren erleichtern. Nach Potsdam soll die Berliner Führung ihre Abgeordneten intern angewiesen haben, nicht gemeinsam mit Sellner aufzutreten.21

Die Praxis

Die Wirklichkeit unterläuft die Beschlüsse beständig. In Potsdam saßen AfD-nahe Personen am Tisch. In Thüringen war Sellner 2026 offizieller Gast der AfD-Landtagsfraktion in Erfurt, wie das ZDF berichtete; Björn Höcke unterhält seit Jahren Kontakte ins neurechte Milieu.22 In Porto traten gleich mehrere AfD-Politiker auf: Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré, die sich selbst „remigrationspolitische Sprecherin“ nennt und bereits 2025 in Mailand gesprochen hatte, hielt eine Rede neben Sellner; AfD-Vizechef Kay Gottschalk und der NRW-Landtagsabgeordnete Sven Tritschler waren ebenfalls vor Ort.23 Auf die Frage, welche Partei seinen Remigrationsideen am nächsten stehe, nannte Sellner gegenüber Euronews zuerst – die AfD.24


Warum diese Ideologie so gefährlich ist

1. Kultureller Rassismus ohne biologische Vokabel. Der Ethnopluralismus reproduziert die Struktur der Rassenlehre und verzichtet bloß auf ihr Wort. Ein in Bayern geborenes Kind türkischer Eltern gilt in dieser Logik dauerhaft als „fremd“ – unabhängig von Pass, Sprache und Lebensrealität.25

2. Reinheitsfantasie als Programm. Ethnisch homogene Gesellschaften sind eine historische Fiktion. Jede lebende Kultur ist Produkt von Jahrtausenden des Austauschs. Die geforderte „Reinheit“ existierte nie und ließe sich nur durch Zwang herstellen.

3. Normalisierung durch akademische Verkleidung. Begriffe wie „Ethnopluralismus“, „Remigration“, „Bevölkerungsaustausch“ klingen sachlich und schleusen extreme Positionen ohne Abwehrreflex in den Diskurs. Diese „Normalisierung durch Provokation“ ist nicht Nebenwirkung, sondern Ziel der Metapolitik.26

4. Deportationslogik. Sellners „Remigration“ schließt ausdrücklich „nicht assimilierte Staatsbürger“ ein – also die Zwangsausweisung von Menschen mit deutschem Pass. Das wäre nicht nur verfassungswidrig, sondern folgt dem historischen Muster der Massenvertreibung.

5. Angriff auf die Menschenwürde. Der Ethnopluralismus ersetzt den Einzelnen als Träger unveräußerlicher Rechte durch das Kollektiv der „Volksgemeinschaft“. Wer nicht dazugerechnet wird, verliert in dieser Logik seinen Anspruch auf Zugehörigkeit und Schutz – ein Frontalangriff auf Artikel 1 des Grundgesetzes.


Was Anthropologie und Hirnforschung dagegenhalten

Der Ethnopluralismus steht und fällt mit einer empirischen Behauptung: dass Menschen eine angeborene, unveränderliche kulturelle Identität besäßen, die an ein Territorium gebunden sei. Diese Behauptung ist falsch – und zwar gleich zweifach widerlegt.

Anthropologisch: Es gibt keine „reine“ Kultur. Sprachen, Religionen, Küchen, Rechtsformen – alles, was wir „Volkskultur“ nennen, ist das Sediment ständiger Begegnung und Entlehnung. Das „ursprüngliche, unberührte Volk“ der Ethnopluralisten ist eine politische Konstruktion, kein anthropologischer Befund.

Neurobiologisch: Das menschliche Gehirn ist von Geburt an hochplastisch und passt sich jeder beliebigen Sprache und Kultur an, ob im äthiopischen Hochland oder in Tokio.27 Die Neuroplastizität – die lebenslange Fähigkeit des Gehirns, sich umzubauen – gehört zu den am besten belegten Befunden der Hirnforschung; sie reicht Studien zufolge bis ins hohe Alter.28 29 Daraus folgt: Kulturelle Prägung ist erworben, nicht vererbt. Ein hier aufgewachsenes Kind ist kulturell hier verwurzelt, gleich welcher Herkunft. Und auch Vorurteile sind nicht naturgegeben, sondern lernbar – und verlernbar.30

Wichtig bleibt die saubere Trennung: Die Hirnforschung beweist keine politische Norm, aber sie zerstört die biologistische Prämisse, auf die sich der Ethnopluralismus heimlich stützt. Der Mensch ist kein an seine Scholle fixiertes Wesen. Das Gehirn widerlegt täglich, was die Ethnopluralisten behaupten.


Fazit: Ein wohlklingender Name für ein altes Unrecht

Ethnopluralismus ist kein pluralistisches Konzept. Er ist die Kunst, Ausgrenzung in der Sprache des Respekts zu formulieren – das Kernstück einer Neuen Rechten, die seit fünfzig Jahren methodisch daran arbeitet, extreme Positionen gesellschaftsfähig zu machen: durch Begriffsbesetzung, Metapolitik und strategische Kooperation mit Parlamentsparteien.

Die Linie ist gerade: von Eichbergs Begriff 1973 über de Benoists GRECE und Camus’ „Großen Austausch“ bis zu Sellners Identitären und zur AfD-Abgeordneten Kotré auf der Bühne von Porto im Mai 2026. Sie beschreibt keine intellektuelle Entwicklung, sondern eine Verpackungsstrategie für denselben Kern.

Das Gefährliche ist nicht, dass diese Ideologie neu wäre. Das Gefährliche ist, dass sie immer salonfähiger wird. Wer „Ethnopluralismus“ hört, sollte mitübersetzen: Ausländer raus. Nicht als Polemik, sondern als nüchterne Übersetzung – bestätigt vom Verfassungsschutz, von der Wissenschaft und von den eigenen Protagonisten.


  1. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Ethnopluralismus, 28. Januar 2024. https://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/ethnopluralismus 

  2. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Ethnopluralismus, Dossier Rechtsextremismus, 13. Februar 2014. https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500773/ethnopluralismus/ 

  3. Ebd. (Brandenburgische LpB, a.a.O.). 

  4. Pierre-André Taguieff: La force du préjugé. Essai sur le racisme et ses doubles, Paris 1988 – grundlegende Analyse des „differentialistischen Rassismus“ der Nouvelle Droite. 

  5. Étienne Balibar / Immanuel Wallerstein: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten (frz. Original 1988); Balibars Konzept des „Rassismus ohne Rassen“ („néo-racisme“). 

  6. Zu Carl Schmitts Homogenitätsbegriff und Freund-Feind-Schema als Bezugspunkt der Neuen Rechten vgl. Rosa-Luxemburg-Stiftung: Die selbsternannte Neue Rechte und 1968. https://www.rosalux.de/publikation/id/39172/die-selbsternannte-neue-rechte-und-1968 

  7. FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz: Glossar – Ethnopluralismus. https://www.nf-farn.de/glossar-ethnopluralismus 

  8. Alain de Benoist, Wikipedia (de). https://de.wikipedia.org/wiki/Alain_de_Benoist 

  9. Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg: Benoist, Höcke, die Neue Rechte, 24. März 2023. https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen 

  10. Rosa-Luxemburg-Stiftung: Die selbsternannte Neue Rechte und 1968. https://www.rosalux.de/publikation/id/39172/die-selbsternannte-neue-rechte-und-1968 

  11. Martin Sellner, Wikipedia (de). https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sellner 

  12. Correctiv: Geheimplan gegen Deutschland (Recherche zum Potsdamer Treffen vom 25. November 2023). https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/ 

  13. Belltower.News: Gesprächsstrategien: Wie sich Rechtsextreme ein neues Image geben, 14. Juli 2020. https://www.belltower.news/rechtsextreme-gespraechsstrategien-wie-sich-rechtsextreme-ein-neues-image-geben-101557/ 

  14. Bundesamt für Verfassungsschutz: Das Netzwerk der Neuen Rechten. https://www.verfassungsschutz.de 

  15. feinschwarz.net: Für Christus, Volk und Vaterland? Die politische Theologie neurechter Bewegungen, 26. August 2025. https://www.feinschwarz.net 

  16. Tagesspiegel: „Niemand kommt rein und Millionen fliegen raus“: AfD-Politiker besuchen internationalen Gipfel zu Remigration, 31. Mai 2026. https://www.tagesspiegel.de/politik/niemand-kommt-rein-und-millionen-fliegen-raus-15660381.html 

  17. Remigration Summit 2026, offizielle Website (Selbstdefinition von „Remigration“). https://remigrationsummit.com/ 

  18. Sellner-Zitat zum Gipfelauftakt, dokumentiert in der Berichterstattung über die Konferenz vom 30. Mai 2026 (Porto). 

  19. Hungarian Conservative: German Activist Arrested at Airport, Barred from Attending Remigration Summit (zu Maximilian Märkl), Mai 2026. https://www.hungarianconservative.com/articles/current/maximilian-markl-remigration-summit-arrest-travel-ban-germany/ 

  20. The Redoubt: AfD lawmaker, Young Republican leader headline ‘remigration’ summit (mit Einschätzung von Heidi Beirich, Global Project Against Hate and Extremism), Mai 2026. https://www.theredoubt.net/afd-republican-remigration-summit/ 

  21. Euronews: Richtungsstreit: AfD-Abgeordnete mit rechtsextremem Sellner bei „Remigration Summit“, 30. Mai 2026. https://de.euronews.com/my-europe/2026/05/30/richtungsstreit-afd-abgeordnete-rechtsextrem-sellner-remigrationsgipfel 

  22. Ebd. (Euronews / ZDF zur Erfurter Fraktionseinladung 2026). 

  23. Tagesspiegel, a.a.O. (zu Kotré, Gottschalk, Tritschler in Porto); zur Teilnahme Kotrés 2025 in Mailand vgl. The Redoubt, a.a.O. 

  24. Euronews, a.a.O. (Sellner nennt auf Nachfrage zuerst die AfD). 

  25. bpb: Transkript zum Ethnopluralismus. https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/230862/transkript-zum-ethnopluralismus/ 

  26. Belltower.News, a.a.O. 

  27. system-mensch.org: Evolution & Neuroplastizität – Wie veränderbar ist der Mensch?, 21. Juni 2025. https://www.system-mensch.org/post/wie-ver%C3%A4nderbar-ist-der-mensch 

  28. Alzheimer Deutschland: Was ist Neuroplastizität? https://www.alzheimer-deutschland.de/hirnstimulation/was-ist-neuroplastizitaet 

  29. Hertie-Institut für klinische Hirnforschung: Hinweise auf Neuroplastizität bis ins hohe Alter, 18. August 2025. https://www.hih-tuebingen.de/presse/pressemitteilungen 

  30. vision.org: Ihr Gehirn über Vorurteile. https://www.vision.org/de/einsichten-Ihr-gehirn-uber-vorurteile-9305 

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